platten


isolation berlin – und aus den wolken tropft die zeit
“hochzeits-pop ist es sicher nicht, was uns isolation berlin auf ihrem debüt-album bieten. ganz im gegenteil: “verschließe dein herz”, “wir tun uns nicht gut” und “du hast mich nie geliebt” lässt uns frontmann tobias bamborschke wissen. ein wahrhaftiger abgesang auf die romantische zweierbeziehung. schwermut hat sich in die meisten der zwölf stücke auf “und aus den wolken tropft die zeit” eingefressen. da hilft nur noch aufstehn, losfahrn, wegfahrn, dinge verbrennen und ein lied drüber schreiben. junger deutscher pop liegt im trend und auch isolation berlin “möchten uns einfach allen gefallen”. (gastrezension)


isolation berlin – berliner schule/protopop
“dass die vier berliner auch beschwingte love-songs können, zeigen sie neben der single “annabelle/swantje” auch mit einem besuch im “aquarium” auf der gleichnamigen ep. sie wird auf “berliner schule/protopop” mit der rasanten “körper” ep, die live mitunter am stück präsentiert wird, zu einer erstklassigen zusammenstellung vereint. isolation berlin musizieren mal laut, mal leise und dabei nicht unnötig kompliziert – dafür umso eingängiger. fazit: kein grund, sich im damenklo zu erhängen. das hier ist der wirklich beste protopop weit und breit.” (gastrezension)


the sheepdogs – future nostalgia
“nun ist ja heutzutage die nächste musikalische sensation potentiell nur einen klick entfernt. vergreift sich eine band mit ihrem neuesten werk im ton, steht eine andere in den weiten des internets schon bereit und harrt der entdeckung. andererseits gibt es solche künstler, denen man allzeit gutes gelingen wünscht, weil deren platten bisher so auffallend stimmten. nach ihrer großtat “learn & burn” veröffentlichten die sheepdogs mit “future nostalgia” nunmehr dessen zweiten nachfolger. zukunft & nostalgie – hat sich das hinfiebern gelohnt? die sheepdogs greifen einerseits noch ein wenig tiefer in die country-rock-kiste, andererseits scheinen sie auf dem dachboden einige bislang nicht gehörte the soundtrack of our lives harmonien gefunden zu haben. und doch: am ende klingen sie “nur” wie sie selbst. die pausen zwischen den liedern sind knapp bemessen – eins kommt zum anderen, bis die platte dann mit einem 10-minütigen medley stilsicher auf die zielgerade einbiegt. der anspieltipp “help us all” glänzt mit herbem trompetenspiel und einem dynamischen sound, der leider nicht jedem der 18 titel vergönnt ist. besonders das schlagzeug klingt in einzelnen songs seltsam mechanisch und matschig. da geht also noch was! grund genug, sich auch die nächste scheibe der fünf kanadier nicht durch die lappen gehen zu lassen.” (gastrezension)


the bronze medal – darlings
“in diesem jahr sind gewiss schon ein paar anständige platte erschienen, am meisten begeistert mich gegenwärtig aber eine bislang unentdeckte album-perle aus dem letzten jahr. sie dürfte besonders für freunde von the national interessant sein, erinnern der gesang und die songstrukturen auf “darlings” doch auf anhieb an matt berninger und seine brillianten mitstreiter. zwar kommen the bronze medal ganz ohne bariton in der stimme aus, ihre songs wissen jedoch auch so, wie sie ihre schwermütigkeit am besten ausspielen: die streicher, die trompeten, das klavier – alles erklingt wie von zauberhand stets zur rechten zeit, was besonders der titelsong anschaulich unter beweis stellt. aber wie mich der beste ihrer neun songs, nämlich “walls”, jedes mal aufs neue vor freude erschauern lässt, beeindruckt mich nicht weniger nachhaltig. nicht vorzustellen, welche wertung möglich gewesen wäre, wenn das gesamtwerk dieses niveau hätte halten können.”


tom petty & the heartbreakers – hypnotic eye
“seit mitte der 70er jahre schufen tom petty & the heartbreakers immer wieder platten, die klanglich wie aus einem guss daherkamen. obwohl die elf stücke des aktuellen albums nach und nach über zweieinhalb jahre aufgenommen wurden, trifft dies auch auf “hypnotic eye” zu. im gegensatz zu einigen früheren aufnahmen geht das konzept in diesem fall auch voll auf – und führt noch einmal eindrücklich die vorzüge einer langspielplatte vor augen. die band musiziert zwischen den großen gesten eines bruce springsteen und den feinen tönen eines j.j. cale. trotz ecken und kanten wird die (auto-)radiotauglichkeit natürlich nicht riskiert. thematische klammer des albums ist eine kritische bestandsaufnahme des amerikanischen traums. es werden lebenschancen verhandelt, lebensmittel gebunkert und es wird über bewaffnete verkehrsteilnehmer räsoniert – ein silberschweif am horizont inklusive, versteht sich. nach ihrem debüt-album mein persönlicher favorit der heartbreakers. denn souverän musizieren können nach knapp vierzig band-jahren so einige. unterhaltsam ist das aber eher seltener – hier schon.” (gast­re­zen­si­on)


nick waterhouse – holly
“mit dem zweiten album legt nick waterhouse seine erste “echte” lp vor. nach eigenem bekunden war der vorgänger “times all gone” noch eine ansammlung von singles. “holly” stelle nun eine annäherung an das medium langspielplatte dar. die geht einher mit einer bisher nicht gekannten allgegenwart der weißen und schwarzen tasten – mal interpretiert im stil von donny hathaway, mal in bester jimmy smith-manier. und damit wären wir auch schon bei der zweiten neuerung: der hitzige rhythm & blues von “times all gone” wird sehr viel stärker mit souligen tönen und jazzigen arrangements vermengt. die stücke sind unterm strich etwas bedächtiger – aber längst keine zehner-packung “sleeping pills”. sieben punkte für das gesamtkunstwerk mit den zwei heißen single-aspiranten “this is a game” und “holly” auf a2 und b1.” (gast­re­zen­si­on)