lost takes

3. April 2009

if you’re ever in oklahoma

verfasst in lost takes von oklahoma - od

„der große schweiger“, „musiker der musiker“ – viele namen sind für den begründer des tulsa sounds gefunden worden. j.j. cale selber ist vor allem durch cover-versionen seiner songs zu weltweiter beachtung gelangt. clapton feierte mit „after midnight“ und vor allem „cocaine“ erfolge. wer also bei clapton, cash, ferry & co. auf eine cover-version stößt und sich das ganze mal im wunderbaren „laid back“ gewand zu gemüte führen will, sollte cales aufnahmen antesten, die trotz weitgehender promotion-resistenz des künstlers nicht ohne begeisterte anhängerschaft bleiben konnten. in jedem fall ansteckend lässig! cales neustes werk „roll on“ aus dem märz diesen jahres bietet nun den passenden anlass, den mittlerweile auch schon 71-jährigen aus oklahoma kurz auf oklahoma-od’s outtakes vorzustellen. dem letzten stück der platte „bring down the curtain“ dürfen nur zu gerne weitere folgen. zugabe!“

5. Januar 2009

der irische jahrhundertmusiker

verfasst in lost takes von oklahoma - od

„er spielte 1977 die erste legendäre rockpalast nacht in der gruga-halle essen mit zerschlissenen fingern, die er einen tag zuvor auf dem montreux jazz festival wohl all zu sehr in anspruch genommen hatte, er war dem alkohol zugetan, lieferte u.a. den stones, die nach einem gitarristen suchten, beim vorspielen ganz nebenbei das riff zu ihrem hit „hot stuff“, er hatte zeitlebens keine frau und musste eines tages jerry lee lewis beschwichtigen, welcher mit einer pistole in seiner umkleide auf john lennon wartete. rory gallagher, bluesgitarrist und songschreiber, war in den 60ern mit taste und später mit der rory gallagher band solo unterwegs. 1995 starb er im alter von nur 47 jahren an den folgen einer lebertransplantation. seine stark abgenutzte stratocaster war weltberühmt und begleitete ihn seine ganze karriere. einmal wurde sie geklaut und lag nur einen tag später wieder vor der tür. niemand hätte sie zu geld machen können. richie blackmore, gitarrist der berühmten mark-2-besetzung von deep purple, soll mitte der 70er jahre gesagt haben: „erst wenn rory gallagher und jimi hendrix tot sind, bin ich der beste gitarrist der welt.“ ich möchte dem besten gitarristen der welt nicht widersprechen: niemand spielte den blues so virtuos wie gallagher. und dabei niemals belanglos. das war seine große kunst.“

25. Dezember 2007

free (fraser – kirke – kossoff – rodgers)

verfasst in lost takes von oklahoma - od

„als sie im april 1968 zum ersten mal zusammen kamen, war bassist andy fraser grade 15 jahre alt, hatte aber schon kurze zeit bei john mayalls bluesbreakers gespielt. free war eine band, die sich ihre zahlreiche anhängerschaft im klassischen sinne auf der bühne erspielen sollte, stadt für stadt. bei den aufnahmen zu ihrem zweiten album „free“ hielt sänger paul rodgers paul kossoff dazu an, seine gitarre verstärkt als rhythmusinstrument einzusetzen. mit seinem bekannten riff zum gute laune stück „all right now“ sorgte kossoff dann auch dafür, dass die band mit der dritten lp „fire & water“ einen gewaltigen bekanntheitssprung machte. die platten der band haben allerdings immer eine durchaus melancholische grundstimmung, erzählen die lieder doch zumeist von alltäglichen sorgen des lebens. die aufnahmen begeistern deshalb, weil wirklich jede so klingt, als sei es die letzte, die sie einspielen würden. der drogenabhängige paul kossoff starb 1976 an herzversagen. er hat die endgültige trennung der gruppe nach fünfjährigem bestehen vermutlich nicht verwinden können. es verbleiben sieben herausragende free alben und ihr größter hit „all right now“. doch möchte die band nicht für dieses lied in erinnerung bleiben – nehmen wir das als aufforderung…“

17. November 2007

an american band

verfasst in lost takes von oklahoma - od

„mark farner, don brewer und mel schacher aus michigan waren grand funk railroad. sie sind anerkannterweise die lieblingsband von homer j. simpson und „closer to home“ ist ihre „definitive“ platte, wenn man der band-biographie „an american band“ glauben schenken darf oder sich einfach selbst davon überzeugt. als sich grand funk im frühjahr 1970 an die aufnahmen machten, hatten sie schon mit den beiden vorgängern „on time“ und „grand funk“ goldstatus erreicht und sich einen legendären ruf als live-virtuosen erspielt. ihr gnadenloser groove brachte der band im rolling stone die strittige bezeichnung „amerikanische version der nürnberger reichsparteitage“ ein. von den kritikern zeitlebens aufgrund ihrer musikalischen mittelmäßigkeit verschrien, avancierten grand funk railroad zu einer echten kultband. nicht zuletzt wegen der platte „closer to home“, die am 15. juni 1970 erschien und mit dem 10-minütigen „i’m your captain“ einen echten klassiker beinhaltet, der den in vietnam kämpfenden us-soldaten gewidmet wurde. dazu gibts sieben mal funk, blues und hard-rock vom feinsten. natürlich immer mit der extraportion groove!“

9. November 2007

blow your face out!

verfasst in lost takes von oklahoma - od

in regelmäßiger unregelmäßigkeit werde ich in zukunft an dieser stelle bands vorstellen, die auf meinem blog sonst kaum im fokus stehen. ihre goldenen zeiten sind nämlich meist schon einige jahre her. um solch großartige musik dennoch nicht fahrlässig zu unterschlagen, überlasse ich die kommentierung erneut meinem freund, der mir für diesen zeitraum musikalisch wesentlich kompetenter erscheint.

„sie haben mit „believe in me“ die erkennungsmelodie des rockpalasts geschaffen, ihre konzerte endeten gelegentlich in den frühen morgenstunden, sie hatten den dreckigsten „lickin‘ stick“ der musikszene und waren in den 70er jahren einer der gefragtesten live-acts in den vereinigten staaten. die rede ist von der j. geils band, die mit „whammer jammer“ das „smoke on the water“ für die mundharmonika eingespielt hat. ihr erster hit „looking for a love“ von 1971 geriet angesichts von pop-erfolgen wie „freeze frame“ und „centerfold“ anfang der 80er jahre beinahe in vergessenheit. freunde von kernigem rhythm & blues schwören hingegen noch heute auf die genialen ersten alben.“