konzerte


kings of convenience, konzerthaus
„mein erstes bestuhltes pop-konzert sollte ich nicht bis zum ende auf meinem gepolsterten sitz verbringen. das erschien erlend øye offensichtlich zu bieder. so kam es, dass der kautzige norweger die ersten sitzreihen aufforderte, sich zu erheben und näher an die bühne zu rücken, um der show die zu beginn etwas kühle distanz zu nehmen. doch auch schon vor dieser einnehmenden geste gelang es eirik und erlend, die zuhörer mit sanft dahin gehauchten songs wie „mrs. cold“ und „rule my world“ in ihren bann zu ziehen und das leben buchstäblich zu entschleunigen. die vorzügliche akustik im saal tat ihr übriges, um den behutsamen sound des duos einzufangen und ihm angemessene geltung zu verschaffen. genau genommen war es aber allein erlend øye, der mit seiner unterhaltsamen interaktion zwischen publikum und band dazu beitrug, dem ausverkauften konzerthaus einen unvergesslichen abend zu bescheren. gemeinsam mit ihm wurde geschnipst, geklatscht, gepfiffen, ja sogar getanzt, so dass man nach knapp zwei stunden glückseligkeit beinahe wehmütig dem letzten von zwanzig songs lauschte.“


superpunk, amp
„nie zuvor bekam ich die legendären top old boys bisher zu gesicht. umso denkwürdiger sollte dieser abend werden. begonnen wurde sogleich mit den beiden vermeintlichen hits „parties in münchen“ und „ich weigere mich, aufzugeben“. es sollten nicht die einzigen bleiben. wie an der perlenschnur zog carsten mit seinen mannen die melodien auf, die uns seit vier alben nicht mehr aus den ohren gehen. lediglich das von der mehrheit der zuhörern vehement geforderte „ich bin ein snob“ ging in der prallen hitdichte unter. nicht weiter schlimm. denn für originelles entertainment fühlte sich wohl thies mynther verantwortlich. wenn er nicht gerade hinter seinem keyboard verrückte dinge anstellte, imponierte er mit abenteuerlichem tanzstil wie zu „ein bisschen seele“. ein abend, der wirklich nichts vermissen ließ und mit „oh, alter punk“ einen wehmütigen abschluss fand. wer weiß schon, wann superpunk mal wieder in der stadt sind.“


blind terry, amp
„ausgestattet mit zahlreichen instrumenten betrat ein gros von schweden am späten abend die doch recht eng wirkende bühne des amps in münster. leider füllte sich die andere seite der bühne sehr zögernd, sollte sich jedoch nach ein, zwei songs doch noch zu betanzten boden entwickeln. blind terry, zuweilen aufgefallen durch zwei makellose pop-songs, sind friedfertige menschen. zurückhaltend, etwas unsicher, jedoch mit sichtlichem spaß an der live-musik. ohne jegliche show-elemente präsentierten sie ihre bisher wenigen songs, die bedauerlicherweise noch nicht für ein gesamtes album ausreichen. sobald es jedoch soweit sein sollte, dürfen die ohren gespitzt werden, denn klassischer schweden-pop wie aus dem lehrbuch steht auf dem programm.“


herr hund + gisbert zu knyphausen, amp
„eine gute halbe stunde lang trug zunächst herr hund dem bereits zahlreich erschienenen publikum seine songs vor, von denen besonders „the postman“ einen guten eindruck hinterließ. im anschluss schüttete gisbert zu knyphausen den gästen sein herz aus. mit texten, die die gedanken schweifen lassen, und melodien, die noch am nächsten morgen im ohr nachklingen, schuf er von der „ballade für zwischendurch“ bis zum „sommertag“ eine einnehmende atmosphäre.“


editors, ringlokschuppen
„adrett gekleidet sowie überaus pünktlich erschienen die editors um 21.30 uhr auf der bühne des ringlokschuppens. ein epischer prolog am klavier ließ sogleich erahnen, welch großartige und in sich schlüssige show die vier briten in den nächsten 90 minuten abfeiern würden. ohne aussetzer oder ablenkendes geplänkel präsentierten die schicken herren unaufdringliche post-punk schwermut. einzig sänger smith wirkte etwas aufgekratzt. er sprang herum, gestikulierte und bewegte sich unentwegt. zudem bestätigte sich, dass die zweite platte „an end has a start“ mit den größeren hits für die live-show aufwarten kann, die des vorgängers sich aber brillant zur gezielten unterstützung eignen. wie erfrischend ein gig einer solch skandalfreien band doch sein kann!“