

superpunk, zoom
„lange blieb die bühne dunkel am letzten samstagabend im mai. für einige zu lange! denn schon wenige minuten nach konzertbeginn gegen 0:06 uhr feilschte eine junge frau aus der ersten reihe mit sänger carsten friedrichs um die setlist und drängte auf kurze pausen zwischen den titeln, hatte sie doch den babysitter offenbar nur bis um ein uhr gebucht und war abhängig vom busfahrplan. die hamburger sänger-legende versprach dampf zu machen und verhieß einen rasanten ritt durchs programm, verstrickte sich dann aber glücklicherweise in unverzichtbare hinweise zu den mannigfachen musikalischen meisterwerken der 17-jährigen bandgeschichte. einzig tim jürgens behielt einen kühlen kahlen kopf und zählte präzise wie ein uhrwerk die nächsten titel der wohltemperierten darbietung ein. von einer halben handvoll anwesender, (vermutlich) aus dem linken politischen spektrum, wurde unnachgiebig „die bismarck“ gewünscht, die jungs von superpunk konterten mit der letzten aufführung von „matula, hau mich raus“ in der hessischen bankenmetropole. da auch der besungene frankfurter super-schnüffler den dienst quittiert, darf geäußert werden: hier ging nach einer spielzeit von zwei stunden eine künstler-ära zu ende, deren protagonisten nach einer gefangenen rechten geraden auch ohne zähne im mund echte gewinnertypen verkörpern konnten. denn – und hier möchte der verfasser schließlich seiner ganz persönlichen begeisterung ausdruck verleihen – die verhinderten festival-headliner hatten zum abschied ohne ankündigung das getan, was andere unablässig versprechen, aber bis zum ende ihrer laufbahn nicht einzulösen vermögen: sie hatten (wieder einmal!) „geliefert“. (gastbeitrag)
konzerte


jens lekman, new fall festival 2011
„im rahmen des new fall festivals in düsseldorf stellte der schwedische songwriter jens lekman nach langer tour-abstinenz seine neue ep „an argument with myself“ vor, auf der er u.a. über seine einseitige liebe zur schauspielerin kirsten dunst singt. den größten anklang fanden an diesem abend allerdings die bereits bekannten stücke seiner vorherigen alben. hierzu zählen das unplugged und abseits der bühne dargebotene „shirin“ sowie die durch den sample-computer unterstützten songs „sipping on the sweet nectar“ und „the opposite of hallelujah“, mit denen jens lekman das sitzende publikum (vergeblich) zum tanzen aufforderte. einziger wermutstropfen: mit unter einer stunde spielzeit ein leider viel zu kurzes vergnügen!“


florian ostertag + tex, sputnikhalle
„das jahr 2011 hätte für tex und die macher von tv noir vermutlich nicht besser laufen können: erhöhte medienpräsenz, ein sendeplatz auf zdf.kultur und schließlich eine eigene konzert-reihe, die mit verschiedenen künstlern durch das land zieht. den anfang machten tex und florian ostertag, der von seinem bruder und gerd böttler von september leaves unterstützt wurde. in heimeliger wohnzimmer-atmosphäre trugen beide künstler abwechselnd ihre songs vor. darüber hinaus unterhielt der redselige tex das publikum mal wieder mit netten geschichten rund um das thema musik. dass die sputnikhalle für diesen abend mit sitzgelegenheiten für alle zuschauer ausgestattet wurde, kam der show besonders zugute. ein besuch der anstehenden „better version“ tour 2012 von florian ostertag wird dringend empfohlen!“


fleet foxes, haldern pop 2011
„glücklicherweise sollte das diesjährige haldern pop für mich nicht mit the low anthem, sondern mit den fleet foxes enden. die fünf amerikaner wussten ihre headliner-stellung überzeugend zu nutzen und spielten eine stunde lang den womöglich famosesten folk der gegenwart. um die großartigkeit dieser band einschätzen zu können, bedarf es definitiv eines live-erlebnisses. denn ein solches übersteigt ihre platten-performance um ein vielfaches. allseits völlige zufriedenheit.“


the low anthem, haldern pop 2011
„einen sehr enttäuschenden auftritt lieferten the low anthem ab. zu recht wegen ihrer großen hymnen bislang auf dem haldern pop festival geliebt, ging die band auf der hauptbühne völlig unter: zu ruhig, zu langatmig, zu einfältig. dass ihre spielzeit weniger als 30 minuten betrug, ließ sich daher sehr gut verschmerzen. einen gig, den man sich lieber vorm fernseher beim wdr rockpalast zu gemüte führen sollte!“