platten


tocotronic – schall und wahn
„wie auf jedem tocotronic-album sagt mir auch auf ihrem neunten werk nur die hälfte ihrer songs zu. angefangen beim epischen intro „eure liebe tötet mich“ über das verspielte „die folter endet nie“ und tiefgründige „das blut an meinen händen“ stellt „bitte oszillieren sie“ einen beeindruckenden mittelpunkt der zwölf neuen songs dar. danach erinnern „schall und wahn“ sowie „im zweifel für den zweifel“ nochmal an die beiden vorgänger-alben „pure vernunft darf niemals siegen“ und „kapitulation“, die mit „schall und wahn“ das ende einer respektierlichen triolgie gefunden haben.“


get well soon – vexations
„konstantin gropper ist ein mann des übermäßigen pathos. diese leidenschaft lebt er auf „vexations“ spürbar pompöser aus, als noch auf dem ebenfalls schon prunkvollen debüt. insgesamt betrachtet begeistert sein zweites album trotz hervorragender einzelsongs wie „we are free“, „a voice in the louvre“ oder auch „we are ghosts“ mit einer bislang wohl unerreichten geschlossenheit, vor welcher man ehrfürchtig den hut ziehen mag.“


eels – end times
„die letzten ecken und kanten, die auf „hombre lobo“ noch enthalten waren, sind auf „end times“ völlig verschwunden. beinahe alle 14 songs thematisieren die traurigkeit in ihrer reinsten form. mark oliver everett hat sie – seiner biografie nach – zur genüge kennengelernt. umso ehrlicher erscheint sein neues werk mitsamt beängstigender endzeitstimmung.“


adam green – minor love
„die musik, mit der adam green seine stets unterhaltsamen texte unterlegt, ist auf „minor love“ weniger eindringlich als auf den fünf vorgängern ausgefallen. das schlichte gewand trägt dazu bei, dass sein neues album etwas unscheinbar daherkommt. auch seine stimme scheint an kraft verloren zu haben. das mag daran liegen, dass „minor love“ versucht, eine gescheiterte beziehung zu verarbeiten. leider ist es bei einem versuch geblieben. ein legendäres trennungsalbum ist beileibe nicht dabei herausgekommen.


julian casablancas – phrazes for the young
„endlich hat auch das wohl bekannteste mitglied der strokes sein eigenes album. zwar beinhaltet es lediglich acht songs, doch quetscht julian casablancas aus jedem einzelnen noch eine catchy melodie. es bedarf jedoch sehr aufmerksamen zuhörens, um sie zu erkennen und lieben zu lernen. wenn es soweit ist, erhebt sich „phrazes for the young“ in ungeahnte höhen, die das album wachsen und wachsen lassen.“