

gisbert zu knyphausen, open air werden 2010
„die kurze spielzeit von einer knappen stunde füllten gisbert zu knyphausen und seine band dieses mal mit ausgewählten songs seiner beiden alben. darunter fanden sich „der blick in deine augen“ und „morsches holz“, die – verglichen mit hits wie „sommertag“ oder „melancholie“ – auf konzerten bislang eher selten im fokus standen. für abwechslung sorgte ferner eine ausgiebige instrumental-einlage im song „neues jahr“, die manch einen festival-gast in einen tranceartigen zustand und auf diese weise tiefer und tiefer ins glück versetze.“
konzerte


get well soon, konzerthaus
„die musik von get well soon ist prädestiniert für konzertsäle wie den des dortmunder konzerthauses: einzigartige akustik trifft auf pathetische gesten im pop-gewand. das aus 14 (!) personen bestehende ensemble, welches konstantin gropper an diesem abend mitbrachte, um sämtlichen gästen seine große gefühlswelt zu offenbaren, bot bis ins kleinste detail ausgearbeitete arrangements. ob wuchtig wie in „if this hat is missing i have gone hunting“ oder weich wie in „a voice in the louvre“, das publikum war stets sichtlich begeistert und ließ sich vollumfänglich vom theatralischen sound und den herrlichen bildern auf der leinwand einnehmen.“


olli schulz, kleine freiheit
„ein abend mit olli schulz verspricht in der regel köstliche unterhaltung. gespielt werden auserlesene lieder seiner vier alben, erzählt werden äußerst amüsante geschichten aus der kindheit, dem musikgeschäft oder witze aus dem tierreich. alles altbekannt. dass aber variationen zu meinem vor drei jahren besuchten konzert beinahe gänzlich ausblieben, war schon erstaunlich. immerhin der bart von soundtüftler felix gebhard nahm deutlich an volumen zu und auch olli wirkte merklich verlebter. die freude an der unterhaltung fremder menschen ist ihm gottlob keineswegs verloren gegangen.“


julian gerhard + the late call, amp
„bereits als sich julian gerhard auf der bühne einrichtete, fanden sich überraschend viele interessierte gäste im amp ein. seine songs waren dem publikum zwar vermutlich meist unbekannt, doch hörte es dem spindeldürren herrn samt klampfe durchaus aufmerksam zu. auch live bestätigte sich, das „hatebreed zum frühstück“ mein liebling unter seinen bisher wenigen songs ist. als johannes mayer dann auf der bühne platz nahm, verdreifachte sich schlagartig die zahl der zuhörer. freie flächen vor der bühne ließen sich nun nicht mehr finden. trotz seiner äußerst schüchternen art wirkte der schlaksige münsteraner wesentlich sicherer als noch bei vergangenen konzerten. das könnte an seiner charmanten begleitung aus schweden gelegen haben oder aber an der inzwischen gesammelten bühnenerfahrung. wie auch immer. unter dem namen the late call verwöhnte er das publikum mit seiner beeindruckenden stimme mehr denn je und gab letzten endes sogar ein grizzly bear cover zum besten.“


moneybrother, zeche carl
„moneybrother macht frauenmusik. genau genommen musik für chucks und ringelshirts tragende mädchen, die ihrem idol unschwer zu erkennen geben, dass sie sich unsterblich in ihn verliebt haben. auch in der zeche carl in essen bestand das publikum dementsprechend zu einem großen teil aus einer meute dieser spezies, die vereinzelt sogar versuchten, durch einen joanna-schriftzug quer über den unter- wie oberarm ihrem schwarm näher zu sein. anders wendin tat aber auch sein übriges, um seinem charmanten image zu entsprechen. ein unsagbar zärtliches „don’t call the police“ mit feinfühligen saxophon-einlagen, ein emotionales „blow him back into my arms“ oder ein temperamentvolles „just another summer“ gaben einen querschnitt der bandbreite des schwedens und seiner band, ohne die der abend nur halb so schön gewesen wäre. es bleibt eben verdammt gute frauenmusik.“

