platten


the strokes – angles
„das vierte album der strokes im zehnten bandjahr hinterlässt nach dem ersten hördurchlauf viele fragezeichen. während mit „under cover of darkness“ die eingängigste nummer der neuen platte schnell gefunden ist (und diese durchaus potential für den song des jahres besitzt), versperren einem die restlichen neun songs fürs erste gehörig den zugang zum album. vollgestopft mit schwer zu überblickenden sound-spielereien fragt sich der überforderte hörer, wo er überhaupt hinhören soll. zu viel auf einmal wirkt auf ihn ein. doch war es nach dem ersten mal mit „first impressions of earth“ nicht ähnlich? „angles“ wäre nicht das erste album, das sich nach und nach als „grower“ entpuppt. zuletzt gelang dies julian casablancas mit seinem solo-werk „phrazes for the young“, das ähnlich konzipiert ist wie „angles“. und so erstaunt es nicht, dass schließlich auch die verworrensten songs wie „you’re so right“, „games“ oder „metabolism“ noch an bemerkenswertem charme gewinnen. es mag länger dauern als bei gewöhnlichen „growern“ bis sich „angles“ etabliert hat, aber nach und nach kristallisiert sich ein gesamtkonzept heraus, das auf faszinierende weise sinn ergibt. man hätte es zunächst nicht für möglich gehalten. doch es bilden sich mitsummfähige melodien heraus („life is simple in the moonlight“), es entwickeln sich weitere hits („taken for a fool“ und „gratisfaction“), der minimalismus vergangener tage wird erkennbar („call me back“) und letzten endes verschreckt auch der 80s-sound in „two kinds of happiness“ nicht mehr. in der summe führt dies dazu, dass sich „angles“ nicht so schnell abnutzen wird und ein album der strokes (wieder einmal) als prägendes werk einer musik-epoche verbucht werden kann.“


radiohead – the king of limbs
„da ich weder freund noch feind von radiohead bin, lassen mich die ersten vier songs ihres achten albums weitestgehend kalt. erst mit der single „lotus flower“ beginnt sich dies zu ändern. denn nach diesem unheimlich hypnotisierenden stück folgen die beiden besten songs der platte. „codex“ und „give up the ghost“ führen das fort, was auf dem insgesamt eingängigeren album „in rainbows“ zuletzt so gut funktionierte: verstrickte songstrukturen, die in ihrer gänze dennoch sinn ergeben, mit noch mehr elektronischen anleihen zu versehen, um schließlich die stimme thom yorkes wieder dort zu platzieren, wo sie hingehört: in den vordergrund.“


bright eyes – the people’s key
„sollte „the people’s key“ wirklich die letzte platte von bright eyes bleiben, ließe sich diese ohne zweifel als würdiger abgang bezeichnen. vom ersten bis zum letzten ton klingt mal wieder alles anders als zuvor. wie man es eben von coner oberst erwartet hat. ob mit einer portion pop im hit „shell games“, einer prise indie-rock in „jejune stars“ oder seiner bisher traurigsten ballade „ladder song“ – conor oberst vereint alles in einem homogenen gesamtwerk, das allen die schau stiehlt. und diese cleverness, den ewig im ohr hängenbleibenden song „one for you, one for me“ ans ende der platte zu stellen – schlichtweg genial!“


bored man overboard – rogue
„die erste dicke überraschung des jahres hat sich gefunden: das sensationelle debüt-album der schwedischen band bored man overboard. die ersten drei eps ließen zwar schon großartiges vermuten. dass dabei jedoch ein solch monumentales werk herauskommt, hätten wohl die wenigstens für möglich gehalten. die fachpresse beschrieb sie unlängst als “die schwedischen the national”, “eine verlangsamte version von the gaslight anthem” oder “die skandinavischen arcade fire“. zugegeben, das erscheint auf den ersten blick ziemlich abgekupfert. in diesem fall macht jedoch die summe den unterschied. spätestens nach dem song „wine“ weiß man warum.“


british sea power – valhalla dancehall
„nach ihrer tollen platte „do you like rock music?“ habe ich british sea power etwas aus den augen verloren. ende letzten jahres stieß ich jedoch auf die erste und ausgesprochen ohrwurmträchtige single „living is so easy“ des neuen albums. das gesamtwerk „valhalla dancehall“ ist hingegen weniger eingängig, bereitet nach intensivem hören – dank beeindruckender vielfalt – jedoch durchaus freude.“