1. Juni 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


editors – an end has a start
„diesmal bitte keine enttäuschung! zu oft scheiterten bands zuletzt am zweiten album, insbesondere im falle eines überwältigenden debüts. ob dieses schicksal auch die editors ereilt? „an end has a start“ beginnt zunächst einmal mit der bekannten (und bereits für grandios befundenen) ersten single „smokers outside the hospital doors“. euphorie macht sich breit, obwohl der vorbote schon vor wochen begeistern konnte. jetzt nicht nachlassen! der titeltrack rollt heran, erleichtert lässt sich aufatmen: ja, das sind die editors, wie man sie lieben gelernt hat. mit „the weight of the world“ und „bones“ folgen zwei finstere, aber dennoch wohlklingende nummern in typischer editors-fasson. ferner hervorzuheben sind die songs „the racing rats“ und „escape the nest“, deren königliche klänge die aufmerksamkeit des hörers hals über kopf einfangen und tiefste geborgenheit spenden. nicht zu unrecht: die uneingeschränkten highlights auf „an end has a start“. gab es auf dem debüt „the back room“ zuweilen noch schwermütigere töne zu hören, muss man auf dem hiesigen nachfolger bis zum letzten song warten. „well worn hand“ ist eine bittersüße ballade, die voller feingefühl unter die haut geht. von einer enttäuschung kann alles in allem daher nicht die rede sein. auch wenn mit „put your head towards the air“ und „spiders“ zwei songs das hohe niveau streckenweise etwas ausbremsen, bleibt „an end has a start“ ein durchaus würdiges nachfolge-album.“

31. Mai 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


art brut – it’s a bit complicated
„look at us, we formed a band!“, so eröffneten art brut einst ihr beeindruckendes debüt „bang bang rock ’n‘ roll“. zwei jahre sind seit dem bereits vergangen, jedoch haben die fünf (inzwischen zum teil ausgewechselten) musiker in keinster weise an charme verloren. insbesondere sänger eddie argos dringt mit seinem typisch-markanten sprechgesang wieder angenehm unverschämt in die ohren. die hitdichte scheint diesmal jedoch nicht ganz so üppig ausgefallen zu sein, denn art brut haben auf „it’s a bit complicated“ ihr pulver leider vergleichsweise rasch verschossen. aber das sollte solch exquisite songs wie „people in love“, „late sunday evening“ oder „st. pauli“ nicht schmälern. besonders letztgenannter song weiß mit seinem deutschsprachigen refrain sicherlich nicht nur hierzulande zu überzeugen. mit bedauern ertappt man sich jedoch (spätestens ab song nummer sechs) dabei, gedanklich abzuschalten und der musik nicht mehr all die gebotene aufmerksamkeit zu widmen. die sporadischen hits machen ausgesprochen spaß und werden für vergnügen auf der tanzfläche sorgen, doch muss man das gesamtangebot in form des albums diesmal nicht unbedingt gehört haben.“

31. Mai 2007

brit-pop in der moderne

verfasst in outtakes von oklahoma - od

erneut london. diesmal erfreulicherweise jedoch keine band, die krampfhaft versucht aktuellen trends hinterher zu laufen, sondern alte tugenden des brit-pops mit feingeschliffenen melodien verbindet. die vier herren von ghosts zaubern songs mit einer derart sanften leichtfüßigkeit dahin, wie sie heutzutage selten zu finden ist. ihre single „stay the night“ erklingt so makellos umwerfend, dass der band jegliche aufmerksamkeit sicher sein wird. ihrem debüt „the world is outside“ kann man spätestens ab dem 22. juni lauschen.

30. Mai 2007

das nächste große ding?

verfasst in outtakes von oklahoma - od

ein einziges mal möchte auch ich versuchen, das „next big thing“ anzukündigen: blondelle kommen erwartungsgemäß aus london und machen gewohnt schmutzigen rock ’n‘ roll. melodien sind nahezu nicht vorhanden, doch immerhin meint man den genuss von zigaretten und alkohol in ihrem sound zu verspüren. zum debüt „die pretty“ gehts hier lang.

damit kann also auch dieser punkt von meiner „to-do-list“ gestrichen werden, gleichwohl ich den pigeon detectives die besseren chancen auf das kurzweiligste vergnügen seit der hype-hysterie zusprechen würde.

29. Mai 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


the bravery – the sun and the moon
„konnten mich the bravery mit ihrem ersten album noch mittelschwer begeistern, habe ich mit „the sund and the moon“ so meine schwierigkeiten. zwar klingt die single „time won’t let me go“ gar nicht so verkehrt, wie in einschlägigen kritiken vereinzelt bekundet wird. wenn sie sich allerdings gegenüber allen anderen songs des albums derart drastisch abhebt, spricht das nicht gerade für die brauchbarkeit des zweiten bravery-werks. diese unkomplizierten refrains, die das selbstbetitelte debüt damals so groß gemacht haben, fehlen bedauerlicherweise. „this is not the end“ sowie „bad sun“ könnte man mit gutem willen diese qualität mitunter noch zusprechen, doch songs wie „every word is a knife in my ear“, „fistful of sand“ oder „above and below“ wirken einfach nur umständlich und sperrig. mit „tragedy bound“ und „the ocean“ (höre ich da mando diao heraus?) werden zuletzt immerhin noch ganz neue saiten aufgezogen, mehr als durchschnitts-balladen sind aber auch das nicht. nach knapp vierzig minuten hat man es dann (endlich!) durchs album geschafft und the bravery können fürs erste ganz getrost unter „one-hit-album“ im plattenschrank verstaut werden.“