15. Mai 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


beatsteaks – limbo messiah
„schon album nummer fünf ist raus und sorgt für gewohnte beatbuletten-action. zur sache gehts nämlich unverzüglich. nachdem bei den ersten drei songs ordentlich auf die tube gedrückt wird, hat obendrein der soul einzug ins beatsteaks-manifest gefunden. das album erscheint dadurch wesentlich experimenteller, selbst ungewohnt elektronischen gimmicks verschließen sich die berliner nicht. abgewechselt wird sich kontinuierlich zwischen sehr druckvollen, hart eingespielten nummern sowie melodischen, teilweise sogar leicht jazzigen, stücken, an denen arnim seine sangeskunst unter beweis zu stellen vermag. gelingt ihm leider nur bedingt, da man das gefühl nicht los wird, dass er sich streckenweise in kuriosen gesangseinlagen verliert. der sound kommt hingegen recht pompös von allen seiten daher. die mit abstand sauberste und kräftigste produktion der band, was wohl noch den früchten der „smack smash“-platte zu verdanken ist. außer frage steht, dass auch dieses werk live wieder eine bombe zünden wird. ob es allerdings in den heimischen cd-spielern einen längeren aufenthalt genießen darf, bleibt abzuwarten.“

15. Mai 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


maximo park – our earthly pleasures
„es ist schon erstaunlich, wie es paul smith mit seinen vier mitstreitern gelingt, den markanten „a certain trigger“-sound erneut einzufangen. ob man hingegen von weiterentwicklung sprechen kann? vermutlich nicht. wie wir aber wissen: never change a running system! dass es sich bei diesem „system“ bisher um ein äußerst erfolgreiches handelt, sollte bekannt sein. suchte man auf „a certain trigger“ nach ausfällen noch vergeblich, wird man auf „our earthly pleasures“ gelegentlich leider fündig. sicherlich hält auch das zweitwerk wundervolle hit-songs, wie „books from boxes“, „russian literature“, „karaoke plays“ oder „parisian skies“ parat, doch tummelt sich auch der ein oder andere störenfried auf der platte. von einem „album zum durchhören“ kann man letztendlich nicht mehr sprechen. wo „a certain trigger“ noch mit originalität begeistern konnte, herrscht nunmehr überwiegend trostlose monotonie. fürs nächste mal: ideenvielfalt erwünscht!“

15. Mai 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


arcade fire – neon bible
„dass sich kanada längst zu einer indie-hochburg gemausert hat, dürfte inzwischen bekannt sein. dass arcade fire dazu einen nicht unerheblichen beitrag geleistet haben ebenso. dass aber diese achtköpfige band die, durch den vorgänger „funeral“ ausgelösten, begeisterungsstürme ein weiteres mal übertreffen würde, konnte nun wirklich niemand erahnen. gewohnt opulent, ungewohnt sakral macht es sich die „neon bible“ zur bestimmung, leidenschaft, künstlerischen anspruch sowie exzellentes songwriting vereint in einen historischen meilenstein zu meißeln. wesentlich ausgereifter, melodiöser und zugänglicher erklingt eine hymne nach der anderen. auffallend: eine orgel, die der orchestralen instrumentierung dieses geniestreichs den letzten schliff gibt und das debüt annähernd gänzlich verblassen lässt. aufgrund der nahezu perfektionistischen detailverliebtheit entfacht das bedrohliche zweitwerk zwar erst nach mehrmaligem hören seine volle wirkungskraft. doch einmal im bann der pompösen streicher, pauken, bläser und chöre, lassen einen die majestätischen klangwelten, inklusive sensationeller stimmen von win butler und régine chassagne, nicht mehr los. album des jahres?“

15. Mai 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


friskar viljor – bravo!
„im vorprogramm der zwei gitarrenfreunde namens johnossi brachte es eine, mir bis dato unbekannte, kapelle zu stande, mich dermaßen zu begeistern, wie es lange keiner vorband mehr gelang. seltsame bandnamen sorgen ja oftmals für abschreckung. um mir jedoch biertrinkend die zeit bis zum hauptact zu vertreiben, konnte ich dieser sympathischen band nicht entkommen. ein wahrhaftiger glücksfall wie sich noch herausstellen sollte: texte, die einen nicht überfordern. melodien, die unweigerlich ins ohr gehen und bedenkliche schwierigkeiten haben dort wieder herauszufinden. alles in allem: musik, die gehört werden will, um das gegenwärtige wohlbefinden in höhere gefilde zu katapultieren. auch darf stimmungsvoll mitgesungen werden. denn die aussagekräftigen texte laden dazu gerade nur so ein. fazit: schon wieder eine schwedische musikergruppe, die einem das herz erwärmt. dass nicht nur meiner wenigkeit diese spektakuläre vorband so gut gefiel, ließ sich ebenfalls recht schnell festmachen, da der gitarrist kurz nach seinem auftritt in der schmucken gleis-toilette ein, von meinem pissoir-nachbarn sicher aufrichtig gemeintes, „great performance, baby!“ einheimsen konnte.“

15. Mai 2007

plattentest

verfasst in platten von oklahoma - od


tele – wir brauchen nichts
„deutscher pop. eine fürchterliche institution – nicht wahr? abschrecken lässt sich damit zumindest ziemlich viel, wenn nicht gleich eine gesamte hörerschaft. dass allerdings auch mit feinen, anspruchsvollen texten aus deutschen gefilden, untermalt mit einfallsreicher musik, einem das herz geöffnet werden kann, stellten tele zuletzt mit ihrem gassenhauer „falschrum“ unter beweis. ob es ihnen wohl wieder gelingen würde, das seltene phänomen des deutschen ohrwurms zu komponieren? die eröffnungs-single sollte zumindest dank raab tv in zusammenarbeit mit brainpool hinlänglich bekannt sein. eine recht eingänige nummer. doch haben tele in ihrer sehr charmanten art und weise noch so viel mehr zu bieten. abwechslungsreichtum trifft es vermutlich ganz gut. zarte melancholie, tanzbarer soul und schwungvoller rock vereint in deutscher pop-musik, die zum nachdenken anregt und in der lage ist, gemütszustände trefflich zu beschreiben. nur ein beispiel unter vielen ist hierfür das gefühlvolle „bye bye berlin“. packt es einen erstmal, scheint loslassen unmöglich. leider geht tele nach neun songs ein wenig die luft aus. die letzten titel der platte wissen kaum noch zu überzeugen. nichtsdestotrotz sind die sechs freiburger ein leuchtendes beispiel für geistreiche pop-musik aus deutschland, die es beherrscht den hörer zum träumen zu animieren.“